Fakten
Hintergründe & Fakten
In der Südlichen Welt kommen angeborene und erworbene Herzfehler erstaunlich häufig vor. Für Kamerun existieren zwar keine epidemiologischen Daten, die Prävalenz und das Management von Herzkrankheiten betreffend, wohl aber gibt es Zahlen aus den Screening Untersuchungen des Cardiac Centers Shisong.
In der westlichen Welt werden die meisten angeborenen Herzfehler schon vor der Geburt diagnostiziert und können unmittelbar nach der Geburt operativ behandelt werden. Diesen Kindern wird somit ein vollkommen normales gesundes Leben ermöglicht.
In der Südlichen Welt hingegen, vor allem in den meisten afrikanischen Ländern, hat nur ein äußerst geringer Teil der Bevölkerung Zugang zu Diagnose, medizinischer Versorgung und/oder operativen Eingriffen von angeborenen oder erworbenen Herzfehlern. Besonders gravierend ist die Situation in den ländlichen Gebieten, in denen bereits der Zugang zur medizinischen Basisversorgung schwierig ist.
Die Situation wird durch weitere Faktoren erheblich erschwert:
Bildung:
Mehr als 50% der ländlichen Bevölkerung hat nur einen Grundschulabschluss.
Allgemeine Gesundheitslage:
Es besteht eine hohe Rate an Infektionskrankheiten, Rheumatischem Fieber und Tuberkulose sowie Krankheiten, die auf Mangelernährung zurück zu führen sind, die ihrerseits wieder zu Herzkrankheiten führen können.
Finanzielle Ressourcen:
Der Großteil der ländlichen Bevölkerung betreibt Landwirtschaft für den Eigenbedarf, traditionelles Handwerk oder Kleinhandel. Der Erlös aus dem Verkauf eines etwaigen Überschusses ist nie ausreichend, um die Gesundheitskosten zu bestreiten.
Archbishop Paul Verzekov Stiftung (APAVMEHEF):
In den meisten afrikanischen Ländern, auch in Kamerun, gibt es kein öffentliches Krankenversicherungssystem. Im Jahr 2010 wurde daher in Shisong-Kumbo eine Stiftung gegründet, die dem Zweck dient, unterprivilegierte Herzpatienten zu unterstützen. Auch wenn eine Herzoperation mit Vor- und Nachbehandlung 5 Mal weniger kostet als in Europa, so reicht der Zuschuss, den die Stiftung derzeit geben kann bei weitem nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Die Betroffenen sind durchaus bemüht, selbst einen Beitrag zu leisten und sammeln dazu meist innerhalb ihrer engeren und weiteren Familie. Dennoch benötigen laut einer Statistik des CC aus dem Jahre 2012 60% der Patienten, die behandelt wurden, volle oder teilweise finanzielle Unterstützung.
Das Team des CC reiht die zu operierenden Patienten nach Dringlichkeit. Die Finanzierbarkeit stellt jedoch häufig ein Problem dar.
Heart-of-Cameroon-Foundation (HCF): Das Cardiac Center Shisong und deren Stiftung kann nur eine begrenzte Zahl von Operationen pro Jahr durchführen - zwischen 50-100. Der Bedarf ist jedoch viel größetr. Um diese Lücke wenigstens zum Teil zu schließen, wurde von einer Gruppe von kamerunischen Ärzten (Herz- und Thoraxchirurgen, Internisten und Anästhesisten) die Heart-of-Cameroon-Foundation (HCF) gegründet. Im Wesentlichen ist dies das Team, das auch mit dem CC-Shisong zusammenarbeitet. Die Gruppe führt Herzoperationen im General Hospital Yaoundè durch. Sie können den Operationssaal und die Intensivstation nützen, müssen aber das Verbrauchsmaterial bereit stellen. Der Patient bezahlt nur das Krankenhausbett - das ist leistbar. Etica Mundi MI-DO beteiligt sich mit der Sammlung von Spenden für Verbrauchsmaterial.